CycleHack Nürnberg

Vom 24. - 26. Juni kamen auf der ganzen Welt in mehr als 30 Städten engagierte Radfahrer zusammen um ihre Ideen für ein angenehmeres Fahrradfahren Wirklichkeit werden zu lassen. Nach dem wunderbaren Erlebnis letztes Jahr, waren wir natürlich wieder  im FabLab Nürnberg mit dabei!

Weil die Teilnehmer letztes Jahr angeregt hatten, die Zeit zu verkürzen, führten wir dieses Jahr ein kleines Experiment durch und gaben den Teilnehmern beim CycleHack Nürnberg* nur 28 Stunden Zeit um Probleme und Hürden beim Radfahren zu entdecken, Lösungsideen zu entwickeln, auf der Straße zu testen und ihre Lösungskonzepte zu verfeinern. Es war eine besondere Herausforderung, aber die tollen Ergebnisse zeigen, dass es auch in dieser super kurzen Zeitspanne möglich ist, mit Design Thinking und einer Menge Spaß umwerfende Ergebnisse zu produzieren!

Kids CycleHack

kids hackDa am Freitag Nachmittag immer das Kids Lab vom FabLab Nürnberg veranstaltet wird, nutzten wir die Möglichkeit, auch mit den anwesenden Kindern über Ihre Ideen sowie Hindernisse beim Radfahren zu sprechen und durch Lego-Prototypen erlebbar zu machen. Zwar waren wegen dem tollen Freibadwetter nur zwei Kinder da, aber diese waren so Feuer und Flamme, dass es nächstes Jahr auf jeden Fall wieder einen Kids-CycleHack geben wird. An dieser Stelle herzlichen Dank an Jürgen Bayernköhler für die weltklasse Moderation des Kids CycleHack!

 

 

 

Kick-Off und Problemraum erkunden

Als Einstieg gab es am Freitag Abend zwei Impulsvorträge, um in das Thema Radfahren aus verschiedenen Perspektiven einzutauchen. Matthias Hueber von iBike Nürnberg stellte die Entwicklung von Mobilität in urbanen Räumen vor und zeigte innovative Lösungen für Fahrradfreundliche Städte. Danach berichtete Hendrik von Relo, wie Sie auf die Idee mit dem E-Steckantrieb kamen, wie das System funktioniert und welche Herausforderungen sie sich als StartUp stellen müssen. Im Anschluss konnten die CycleHacker neue Mobilitätsansätze wie ein E-Einrad, den Ansteck-Elektromotor vom Nürnberger StartUp Relo oder dem Lastenfahrrad Fridolin von iBike Nürnberg selbst testen. Dieses Setting war für die Teilnehmer sehr inspirierend und wir sagen herzlich Danke an die Referenten und Testgeräteinhaber!

Zum Abschluss des Abends tauchten wir dann gemeinsam in international und lokal gesammelte Barrieren für das Fahrradfahren ein. In einer Art “Fight Club” diskutierten die CycleHacker Hintergründe und versteckte Bedürfnisse von Barrieren, um auf das tatsächliche Problem oder einen “echten need” zu stoßen.

Mit den Händen Denken und experimentieren

Der Samstag Vormittag stand ganz im Zeichen der Ideenentwicklung zur Lösung von Problemen, die wir am Freitag Abend gemeinsam identifiziert hatten oder Ideen, die CycleHacker schon länger in sich trugen. Anstatt die Lösungskonzepte totzudiskutieren, wurden diese in einem ersten Schritt durch Paper-Prototypen und Lego erlebbar gemacht, um sich untereinander ein besseres Feedback geben zu können. (Bild Feedbackrunde)
Nach dem Mittagessen wurde das Feedback von den Teams aufgegriffen und ihre Lösungsideen zu erlebbaren und somit testbaren Prototypen weiterentwickelt. Dann ging es zum Quicktest auf die Straßen von Muggenhof, um sich von potenziellen Nutzern ein auf Erfahrung basiertes Feedback abzuholen. Folgende Lösungsideen wurden einem Realitätscheck unterzogen:

Plug & Tug

An steilen Bergen verlassen einen Radfahrer schnell die Kräfte. Wie kann man ohne einen Elektromotor dieses Hindernis leichter überwinden? Dazu entwickelte das Team ein einfaches “Mitnahme” System, bei dem Kraftfahrer die Radfahrer mit modularen und temporären Hilfsmitteln den Berg mit hochziehen. Das Video vom Street-Test findet Ihr auf Facebook. Zum Projekt geht es hier lang: http://www.cyclehack.com/catalogue/plug-tug-free-towing-service

Cycle Belt

Was tun wenn man sein Fahrrad des öfteren längere oder mehrere Treppen hochtragen muss? Für dieses Problem entwickelte das Team ein einfaches Tragesystem, das ans Rad auch nur temporär angebracht werden kann: http://www.cyclehack.com/catalogue/cycle-belt

LED Licht für Radanhänger

Oftmals sind Radanhänger unbeleuchtet und werden daher in der Dämmerung oder nachts schlecht gesehen. Die Lösung könnte ein LED-Lich-Klicksystem sein, dass man leicht selber bauen kann (wenn man ein FabLab zur Hand hat): http://www.cyclehack.com/catalogue/led-light-for-child-bike-trailer

CycleHack Trails

Oftmals sind Radwege und Beschilderungen nicht die einfachste oder direkteste Route zwischen zwei Orten. Mit dem analogen und digitalen CycleHack Trails kann eine örtliche Radfahrer-Community leicht Abhilfe schaffen und alternative Routen in der Stadt oder zu Ausflugszielen selbst beschildern: http://www.cyclehack.com/catalogue/cyclehack-trails

Phoning in the wind

Wer beim Radfahren über ein Headset telefoniert, kennt das Problem der störenden Windgeräusche. Das Team hat hier einen einfachen LifeHack entwickelt, in dem das “Tote Katze” - System aus dem Fernsehton-Bereich auf ein Headset übertragen wurde: http://www.cyclehack.com/catalogue/dead-cat

Cycle Guerilla Kit

Das Team nahm sich gleich verschiedene Barrieren zur Lösung vor und entwickelte einen Hack-Tool-Koffer, mit dem Radfahrer spontan Hindernisse beseitigen können, oder auch das Leben anderer Radfahrer erleichtern können. Sozusagen ein permanentes CycleHacking:
http://www.cyclehack.com/catalogue/cycle-guerrilla-kit

Quick-Test auf der Straße - Ideen erleben

streettestDie Meinung der spontanen Tester fiel sehr unterschiedlich aus. Manche Ideen, wie die LED-Lichter für Radanhänger oder das Guerilla Kit wären am liebsten von den Testpersonen sofort genutzt oder gekauft worden, bei anderen wie dem Vorhaben Plug&Tug sind noch rechtliche und technische Hürden zu meistern, sollte man die Idee umsetzen wollen.
Zum Abschluss, luden alle Hacker ihre Ergebnisse, angereichert mit Ihren Erfahrungen aus hoch. Die weltweit entwickelten Ideen stehen unter Creative Commons zur freien Verwendung und Weiterentwicklung zur verfügung. So soll ein Austausch unter den Radfahrern gefördert werden und ein Beitrag zu nachhaltigeren und Fahrradfreundlichen Städten geleistet werden. Ihr könnt Euch die Ergebnisse aus Nürnberg und den anderen Städten hier ansehen: http://www.cyclehack.com/location/nuremberg

Wir gratulieren

Dieses Jahr gab es zum ersten Mal eine Preisverleihung am Ende des Events. Die CycleHacker kürten nach den Abschlusspräsentationen die ausserordentlichen Leistungen in den Bereichen „Beste Idee“, „Bester Prototyp“ und „Beste Kombination aus Idee und Prototyp“. Die Teams durften sich über Einkaufsgutscheine von „Auf und Ab – der Bergsport- und Wanderladen“ freuen.

Wir gratulieren den Teams "CycleHack Trails" für die beste Idee, "Cyclehack Guerreros" für den besten Prototyp und Team "Dad Cat" für die beste Kombination. Applaus Applaus!

Wir sagen Danke!

Wir möchten uns noch einmal bei allen Teilnehmern bedanken, die uns nicht nur mit ihrer Anwesenheit, sondern auch mit einer Fülle an kreativen Ideen beehrt haben. Wir sind überwältigt von Eurem Engagement, Ideen, Prototypen und dem Spaß, den wir zusammen hatten!

Ein extra Dankeschön geht an das Team des FabLab Nürnberg, ohne welches die mannigfaltige und vielgestaltige Umsetzung verschiedenster Ideen nicht möglich gewesen wäre. Ein besonderer Dank gilt natürlich unseren Unterstützern und Sponsoren, ohne die wir den zweiten CycleHack Nürnberg nicht hätten durchführen können:

Wir freuen uns schon jetzt auf den CycleHack 2017 - KEEP ON HACKING!
Euer BLUEPINGU CycleHack-Team


*Das Wort Hack kommt aus dem Englischen und wurde zuerst im IT-Kontext verwendet für Treffen von Interessierten, die in kurzer Zeit unkonventionelle Lösungen für Software entwickelt haben. Dieser Ansatz von den Begründern des CycleHack mit Design Thinking Methoden auf die Beseitigung von Barrieren beim Radfahren angewendet. Der CycleHack will einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Bereich Mobilität leisten und den Austausch zwischen Radenthusiasten auf der Welt fördern.

Veranstaltungsort in Nürnberg ist das FabLab Nürnberg auf AEG. Es ist eine Art offenen Werkstatt, die auch über High-Tech-Werkzeug verfügt. So kann während des Hacks sogar der Umgang mit 3D-Druckern, Laser-Cutter, oder Schweißen erlernt und für das Bauen von Prototypen verwendet werden.