#mitohne

Sechs Mitglieder der Zero Waste Gruppe von Bluepingu nahmen am 22.02 am Kongress „Plastikfreie Stadt“ in Ludwigsburg von RENN.süd, sowie am Netzwerktreffen am 21.02 teil.

 

Donnerstagabend trafen sich rund 40 Leute aus verschiedenen Organisationen und Initiativen vorwiegend aus Bayern und Baden Württemberg, die sich mit dem plastikfreien Leben beschäftigen, um sich auszutauschen. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde der jeweiligen Gruppen und der dazugehörigen Projekte, wurde in Kleingruppen über verschiedene Themen diskutiert. Beispielweise beschäftigte sich eine Gruppe mit konkreten Beispielprojekten, eine andere mit der Zusammenarbeit verschiedener Organisationen, eine mit dem Anwerben neuer Mitglieder und die letzte Gruppe überlegte sich die Möglichkeiten, die jede Kommune zu dem Thema Plastikfrei hat. Ein Grund für dieses Treffen war der Wunsch nach einer besseren Vernetzung der einzelnen Initiativen in den verschiedenen Städten, um Synergieeffekte zu erreichen und sich Basis-Arbeiten zu ersparen und zu vereinfachen. So wurde ziemlich schnell ersichtlich, dass in unterschiedlichen Städten gleiche Projekte existieren. Das auffälligste Beispiel hierfür war „Einmal ohne bitte“ von Rehab Republic aus München und „Brings mit“ von der Initiative „Plastikfreies Augsburg“, beides Projekte, die sich mit dem verpackungsfreien Einkaufen beschäftigen. Schwerpunkt liegt dabei auch auf Essen „to go“, das heißt es werden auf Einwegplastikbehälter verzichtet und stattdessen wird das Gericht direkt in einer selbstmitgebrachten Dose zubereitet. Eine Verbindung der beiden Projekte könnte dann unter dem Hashtag #mitohne erreicht werden.


Der Kongress selbst begann am nächsten Morgen um 10 Uhr mit 120 Leuten im Musikhaus in Ludwigsburg. Nach einer kurzen Begrüßung startete das Programm mit drei kurzen Vorträgen über die (Un-)Endlichkeit des Plastiks von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, über bereits vorhandene Kunststoffstrategien in Deutschland und der EU von Sonja Grimminger, sowie über verpackungsarmes Einkaufen von Beate Mönch. Anschließend führten die drei RednerInnen und Matthias Klumpp, Leiter der Marketingabteilung der ALB-GOLD Teigwaren GmbH, eine Podiumsdiskussion.

Nach einer Mittagspause wurden die Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt, um in Workshops spezifischere Themen zu diskutieren. Diese waren
▪ Gemeinsam der Plastikflut Grenzen setzen
▪ Lösungsansätze: Produktalternativen und Konsumverhalten
▪ Ansätze für weniger Plastik in Kommunen
▪ Plastikfrei im Handel – Blick hinter die Kulissen

Bei dem Workshop „Ansätze für weniger Plastik in Kommunen“ übernahm Bluepingu den Inputteil und stellte neben dem Großraum Projekt „Zero Waste City Nürnberg“ als Vorzeigeaktion den Brotbeutel vor. Anschließend wurden die Ergebnisse kurz den übrigen Teilnehmern vorgestellt und schließlich klang der Kongress mit Kaffee und Kuchen aus.

Insgesamt schauen wir zurück auf zwei sehr intensive Tage mit vielen Eindrücken und Informationen, neuen Kontakte und Inspirationen, die wir hoffen auch weiterhin nutzen zu können, um so die Strategien der Müllvermeidung möglichst weit zu verbreiten. Ein erster Schritt in Richtung sichtbar machen der einzelnen Initiativen und Gruppen in einer Stadt ist die „Karte von morgen“, auf der Orte markiert werden, an denen sich Menschen heute für ein besseres Morgen einsetzen. Und vielleicht schaffen wir es durch die verschiedenen Netzwerke, Projekte aus anderen Städten zu übertragen und dann heißt es in Nürnberg auch bald „#mitohne bitte!“

plastikfrei