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Interview mit Bluepingu Gründer Frank Braun zum Thema des fairen Handels
Juli 2010: Nürnberg Heute über den Regionallotsen
Nürnberger Nachrichten 24.7.10: Gutes im Warenkorb - ein grüner Einkaufsführer
Das Stadtmagazin Plärrer berichtet in der Juni Ausgabe über den Regionallotsen
Stadt Nürnberg will Fairtrade Town werden
Artikel Nürnberger Zeitung 23.04.2010: Der Regionallotse - Die Welt verbessern ohne Besserwisserei von Erik Stecher
22.4.10: Regionallotse Franken jetzt in Buchform - Der Film zur Presskonferenz
Presseerklärung zur Klimamahnwache in Nürnberg am 12.12.09
Plärrer September 09
Artikel NN 05.08.09
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Die Nürnberger Nachrichten war in ihrer heutigen Wochenmagazin-Ausgabe auf der Titelseite folgender Artikel zu lesen: Die Bio-Schikeria
Da wurde mal wieder der Stab über den LOHAS, also dem Lifestyle of Health and Sustainability, gebrochen. Auch ich sehe hier einiges skeptisch, es ist aber schade, dass die LOHAS hier so über einen Kamm geschert werden. Ich denke, hinter diesem Kunstwort stecken Menschen verschiedenster Prägung und bei weitem nicht alle sind unpolitisch und selbstbezogen. Eigentlich steht LOHAS für einen Lebensstil oder Konsumententyp, der durch sein Konsumverhalten und gezielte Produktauswahl Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern will. Das ist erst einmal nichts schlechtes im Gegenteil!

Bio+fair sind in den letzten Jahren aus der Nische der grünen Bewegung herausgewachsen und das ist gut so. Dass für viele der Kauf gerade von Bio-Produkten kein Akt der Weltverbesserung ist, sondern vielmehr der Wunsch, selbst gesund zu leben, ist immerhin ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mittlerweile gibt es keinen Supermarktkette, die nicht ihre eigene Bio-Linie hätte. Die Debatte, ob die Birne aus Argentinien sinnvoll ist, ist eine ganz andere! Klar wäre es besser, sich danach zu richten, was auf unseren Feldern wächst, aber dieses Bewusstsein ist in großen Teilen der Gesellschaft komplett verloren gegangen. Und wenn schon z.B. Birne aus Argentinien, dann ist die Bio-Birne sicherlich die bessere Wahl, für uns, und für die Menschen, die die Birnen anbauen.


Ich stimme vollkommen überein, dass bewusster Konsum alleine nicht die Welt retten wird. Wichtig ist es aber allemal, dass wir uns wieder Gedanken machen, was und wie viel wir wirklich brauchen. Wenn Wohlstand dazu führt, dass ohne Sinn und Verstand konsumiert wird, sei es nun bio oder auch nicht, dann ist dies sicherlich fehlgeleitetes Verhalten.


Ich denke der beste Weg ist, selbst vorzuleben, was wir uns für die Welt wünschen. Darüber hinaus ist es überfällig, dass Schulen in allen Altersklassen das Thema eines nachhaltigen, also zukunftserhaltenden Lebensmodells immer wieder aufgreifen. Schon in der Grundschule, aber dann gerade auch in den älteren Jahrgangsstufen. Unser Handeln und die Folgen, die daraus entstehen müssen wieder verstanden werden, denn in der Masse wollen wir alle das Richtige tun! Da müssen wir in den Schulen damit anfangen!


Dort, in den Schulen und Unis müssen wir säen, denn am Ende ist das was wir mittlerweile so negativ besetzt LOHAS nennen ein Teil der Ernte aus einer Saat jahrelanger "Geiz ist geil" und "Konsum ist der Motor unserer Gesellschaft" Botschaften.
Dort muss sich etwas ändern! Eine Bildung, die solche Werte vermittelt und unser was wir unseren Kindern zu Hause vorleben sind entscheidend dafür, wie unsere Welt Morgen aussehen wird!

Es gibt eine Vielzahl toller Angebote in der Region, wo wir uns inspirieren lassen können, oder aber selbst mitmachen. Schaut euch mal im Regionallotsen um!
 

Mach den kleinen Unterschied!

Herzlich grüßt
die Bluepingu Redaktion
Frank Braun

 


Gestern Abend war Götz Werner in Nürnberg zu Gast um über das Thema des Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) zu referieren. Der Easy-Credit Hörsaal (der Name passte wie die Faust aufs Auge zum Thema) der WISO in Nürnberg platzte aus allen Nähten. Jung und alt, bunt gemischt, waren gekommen, um Götz Werners Gedanken zum Bedingungslosen Grundeinkommen zu folgen.


Das Monsanto eine Firma ist, deren Ziel es ist Nahrung zu monopolisieren, ist ziemlich offensichtlich. Patente auf Tiere, Saatgut, dass ganz auf die Pestizite von Monsanto ausgerichtet ist und Bauern die verklagt werden, weil auf deren Felder Monsanto Pflanzen gefunden wurden, die nachweislich von denen nicht gepflanzt wurden, zeigen deutlich die Philosophie dieses Konzerns. Leider ist dies alles legal, da Politik und Wirtschaft hier so verflochten sind und Profite anscheinend mehr zählen, als Gesundheit und gesunder Menschenverstand. So läßt das Patentrecht leider immer noch in den meisten Ländern ein Patent auf Leben zu und die Jagd nach Patenten geht weiter, selbst Tiere, denen ein Gen eingeschleust wurde werden patentiert, auch über Patente auf gentechnisch veränderte Embryos wird diskutiert.

Was jetzt allerdings in Haiti passiert, einem Land in dem die große Masse der Bevölkerung nach dem verheerenden Erdbeben nicht genug hat um satt zu werden, ist eine bodenlose Geschmacklosigkeit. Unter dem Deckmantel humanitärer Nächstenliebe spendet Monsanto hier mehr als 400 Tonnen gentechnisch verändertes Saatgut an Bauern in Haiti, um die Landwirtschaft wieder zu starten. Dass damit die Bauern in Abhängigkeit von Monsanto geraten, da damit die ganze Region gentechnisch kontaminiert würde und die Rechte auf diesen Pflanzen ja bei Monsanto liegen ist das eine. Viel schlimmer noch finde ich, dass wir hier Menschen zu Versuchskaninchen für Saatgut machen, das aus gutem Grund in weiten Teilen der Welt verboten ist. Das ist ein Skandal!

Dieser neue Wirtschaftsimperialismus der USA rund um die Biotech Industrie macht mir Angst. Einmal ausgesät, breitet sich die Gensaat wie ein Virus aus. Hier werden Menschen zu Laborratten gemacht. Das kann und darf nicht sein!

Erst heute hat ja Jürgen Kaspar bei uns zum Thema Gentechnik unter dem Titel "Schinken und Schnitzel - na, wer hats erfunden?", einen sehr informativen Artikel geschrieben.

Dieses Thema ist leider sehr vielschichtig und komplex und es gibt keine einfachen Antworten. Es ist gerade deshalb wichtig, dass wir uns damit auseinander setzen und uns eine eigene Meinung bilden, denn ansonsten wird uns das Thema im wahrsten Sinne des Wortes zersetzen!

Herzlich grüßt

Frank Braun


Was es in Franken nicht alles so gibt! Die letzten Tage habe ich wieder einiges dazu gelernt, was fränkische Innovationskraft rund um das Thema Umweltschutz und Kreativität so hervorbringt.

Über RK-Textil berichtete ich ja bereits, die als erste Textildruckerei in Deutschland die GOTS Zertifizierung erworben haben. Am Freitag abend dann bei einem Freund in Ellingen bekam ich ein Solarbier serviert! Solarbier? Was soll das denn sein? Das ließ mir keine Ruhe mehr und so habe ich mich heute abend mal auf Spurensuche gemacht, um herauszufinden, was es damit auf sich hat und war sehr verblüfft, auf die Brauerei Felsenbräu zu stoßen, bei der Umweltschutz auf kreativste Weise gelebt wird.

Felsenbräu ist nach eigenen Angaben die erste Solarbier Brauerei in Deutschland. Ich habe auch keine zweite gefunden. Dabei wird das Bier garantiert garantiert ohne Einsatz fossiler Brennstoffe hergestellt. Das gefällt mir richtig gut, und geschmeckt hat es mir auch! Mal sehen, wo es das in Nürnberg zu kaufen gibt.

Zu meiner Verblüffung macht diese Brauerei aber noch andere, wie ich finde nachahmenswerte Ansätze in Sachen gelebten Umweltschutz:

Das wird im Winter in den Felsenkellern Eis gewonnen um im Sommer die Kühlung zu entlasten. Das Unternehmen hat ein Umweltmanagement System entwickelt. Die beim Brauen anfallenden Gase werden in einer Biogasanlage wieder in Energie umgewandelt.

Verblüffend, was doch so alles geht, wenn es Menschen gibt, die sich Gedanken machen und beim wirtschaften nach vorne schauen, in unsere Zukunft.

Ich bin mir sicher das zahlt sich aus und findet hoffentlich noch viele Nachahmer!

Ich jedenfalls werde mir jetzt gleich mal ein Solarbier besorgen um diese kreativen Brauer zu unterstützen!

Prost!

Mach den kleinen Unterschied!

Herzlich grüßt

Frank Braun


Gestern habe ich wieder einmal in der Zeitung das Angebot eines Discounters gesehen, der für Treckingschuhe wirbt, natürliche gute Qualität und das alles für 14,99€ . Wie, so frage ich mich, soll das bitte funktionieren und wer zahlt am Ende die Rechnung?

Es scheint der Siegeszug der Discounter macht vor keiner Branche halt. Egal ob es Kleidung, Werkzeug, Möbel oder Spielzeug ist, alles gibt es noch billiger und direkt im Supermarkt. Die Umsatzzahlen der Non-Food-Produkte in den Supermärkten haben sich in den letzten Jahren vervielfacht und mittlerweile gibt es keinen großen Anbieter, der in dieses Rennen nicht eingestiegen wäre. Aber wo führt das alles hin?

Ich glaube nur wenige von uns sind so naiv, nicht zu sehen und zu verstehen, dass wir hier Produkte kaufen, bei denen allleine der Preis zählt, bei denen Umweltstandards und soziale Standards mit den Füßen getreten werden. Noch scheinen sich die Konsequenzen dieses rasant wachsenden Wirtschaftszweigs der "Nutz- und Wegwerfprodukte" weit weg von unserem Alltag abzuspielen. Noch!

Der Preiskampf der Discounter ist erbittert und die Folgen werden früher oder später mit großer Wucht auch bei uns aufschlagen. Der Druck auf den Billiglohnsektor auch bei uns ist erst der Anfang. Die Kosten für die globale Gesellschaft, die die Folgen dieser gewissenlosen Produktion auftürmen, werden nicht von den Firmen gezahlt, die diese erzeugen, oder von den Konsumenten, die diese Produkte kaufen, sondern von uns allen! Die massiven Schäden an Mensch und Umwelt und deren Folgekosten werden hier einfach ignoriert, verschoben und wo das nicht mehr möglich ist, muss  die öffentliche Hand, also am Ende wir alle, dafür herhalten, die Mißstände zu beheben.

Dabei sind meines Erachtens nur wenige unter uns, die wirklich aus finanziellen Gründen dazu gezwungen sind, solche Angebote wahrzunehmen. Und selbst da würde ich einwerfen: Billig ist nicht gleich preiswert! Um das auch klar zu machen: Teurer einkaufen heißt nicht gleich besser einkaufen. Auch da gibt es genügend Beispiele an Produkten, die unter ähnlich schlechten Bedingungen produziert sind und einfach nur höhere Margen in die Taschen der Konzerne spülen.

Dass es dazu aber in fast allen Branchen Alternativen gibt, sollte sich mittlerweile aber herumgesprochen haben. Und dann ist da noch die große Menge an Menschen, die es sich durchaus leisten könnte, achtsamer beim Einkauf zu sein und bei der Produktauswahl Fairtrade-Siegel und Bio-Siegel zu berücksichtigen und den daraus resultierenden Preis zu bezahlen. 

Was ist es also, das uns hier so handeln lässt? Wären wir, Freunde oder Bekannte gezwungen in solchen Fabriken zu arbeiten, die beispielsweise die oben erwähnten Treckingschuhe herstellen, würden wir also die Folgen am eigenen Leibe spüren, so würden wir sicherlich nicht diese Produkte kaufen! Wir haben eine erstaunliche Fähigkeit entwickelt, unangenehme Aspekte und Folgen unseres Handelns von unserem Bewusstsein auszublenden. Nur dieser Verdrängungsmechanismus macht es uns möglich so zu handeln, denn sonst könnten wir uns nach einer Weile selbst nicht mehr leiden. Denn wissentlich und bewusst fügen nur sehr sehr wenige Menschen anderen Leid zu – und noch seltener sich selbst!

Was tun? Es ist Zeit aufzuwachen, es ist Zeit Gehirnjogging zu beginnen und sich wieder die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung unseres Handelns bewusst zu machen. Dabei können wir uns auch gegenseitig helfen. Wenn wir uns auf diesen Weg machen, ergeben sich die Antworten für unser Handeln von alleine! Wenn wir uns auf diesen Weg machen, wird dies wieder Verantwortungsbewusstsein über das eigene Ich hinaus in unser Leben tragen und, davon bin ich überzeugt, werden wir dabei auch viel glücklichere Menschen sein.

Probiert es aus, lasst uns gemeinsam aufbrechen! Es ist Frühlich, es ist Zeit aufzubrechen, die Saat aufblühen zu lassen, die in allen von uns liegt!

Seid ihr bereit?

Mach den kleinen Unterschied

Herzlich

Euer Frank Braun


Profitgier hat gesiegt – Gedanken zur Artenschutzkonferenz?


Vor ein paar Tagen war auf der 3. Seite der Nürnberger Nachrichten als Überschrift zum Ergebnis der Artenschutzkonferenz zu lesen: „Profitgier hat gesiegt – Artenschutzkonfrenz hilft nicht allen Tieren“. Ist das wirklich eine Überraschung? Nicht erst seit Kopenhagen wissen wir, dass wir Menschen ein sehr wechselwarmes Wesen sind, wenn es um Mitgefühl für andere geht, sei es die Tier- oder Pflanzenwelt oder aber unsere Mitbürger. Egal worum es geht, im Kleinen wie im Großen, es sind immer die gleichen Muster zu beobachten.
Solange eine Meinung keine Konsequenzen hat, sind sich erst einmal alle einig und werden nicht müde dies auch pressewirksam zu verkünden. Ob das Umweltschutz oder Tierschutz ist, in der Theorie ist die Weltgemeinschaft immer bemüht, aufzuzeigen, dass dieses wichtige Themen seien, denen es sich stärker zu widmen gilt. Da sind sich quer durch alle Parteien alle einig. Wenn es aber dann konkret wird, wie hier bei der Artenschutzkonferenz oder in Kopenhagen, dann ändert sich dieses Verhalten schnell. Jeder stimmt dann nach dem Motto ab: Artenschutz ja, aber nicht auf meine Kosten. So ist es aus meiner Sicht auch nicht verwunderlich, dass wir hier auf der Stelle treten und weiter zusehen müssen, wie unsere Meere hemmungslos überfischt, unsere Rohstoffe mit unverminderter Geschwindigkeit abgebaut und unser Energiekonzept weiter Geld in Kohle und Atomkraft pumpt. Die wirtschaftlichen Eigeninteressen scheinen über jeden gemeinschaftlichen Nutzen hinaus zu gehen, das kurzfristige Aufrechterhalten unserer Wachstumsmaschinerie ist immer wichtiger als eine mittelfristige Balance von Mensch und Natur für eine zukunftsfähige Entwicklung. Immer weiter hinein in die Zukunft machen wir Schulden und das nicht nur monetär.
Wunderbar lässt sich das auch in der Debatte um die Konsolidierung der Haushalte auf bundes- aber auch auf Kommunalebene beobachten. Auch da herrscht Einigkeit darüber, dass die Schuldenberge abgebaut werden müssen. Sobald es aber konkret wird, ist es damit vorbei. Da will die FDP im Bund weiter die vereinbarten Steuersenkungen durchsetzen (auf wessen Kosten soll das gehen?), die Ministerien verweigern sich den Ausgabenkürzungen vehement und fordern im Gegenteil mehr Geld, aber auch die Debatte auf kommunaler Ebene und im privaten folgt demselben Muster. Radwege bauen, ja, aber bitte nicht auf Kosten meines Parkplatzes, Bahnetz ausbauen ja, aber bitte nicht an meinem Haus vorbei. Die schizophrenen Debatten sind Teil unseres Wesens.
Am Ende wird dann dort gespart, wo die Gegenwehr vermeidlich am schwächsten ist, wie beispielsweise die Kürzung der Stelle beim Zentrum aktiver Bürger (ZAB) in Nürnberg zeigt. Genug kann man an solchen Stellen nicht sparen. So wird also dem Bürger immer wieder ein Märchen von der Konsolidierung der Haushalte in der Zukunft aufgetischt und wir sind froh, dass unsere Geldbeutel nicht noch weiter belastet werden und Schweigen in der Masse dazu. Der volle Magen ist ein Verbündeter derer, die sich gegen nötige Veränderungen stemmen, so auch bei uns. Und noch sind die meisten Mägen in der westlichen Hemisphäre gut gefüllt, da schaut man dann gerne mal weg, wenn ein paar weitere Fischarten sterben.
Wir blicken auf die längste Wachstumsphase der Weltgeschichte zurück. Eine Zeit ohne Kriege in Zentraleuropa, eine Zeit steigender Löhne, sozialer Standards etc. und wir haben vielerorts vergessen, was es heißt, sich einschränken zu müssen, was es heißt teilen zu müssen und wir haben uns daran gewöhnt, dass es immer nur noch besser werden soll. Mehr Geld, weniger Arbeit, Schulen die sich ganztägig um die Kinder kümmern, Strom und sauberes Wasser Tag und Nacht und so viel wir wollen, ein Gesundheitssystem und Sozialsystem, dass für alle da ist und ein Netz spannt, in das wir alle weich landen können, wenn mal was schief geht. Wir alle sind Teil dieses Systems, dass gierig immer nach mehr schreit.
In den letzten Jahren zeigen sich aber nun die ersten Risse. Seit Harz IV ist die Landung für viele Menschen hart geworden, die schuldlos in die Arbeitslosigkeit hinein geworfen wurden. Die Liste der Firmen ist lang, die in Nürnberg die Türen geschlossen haben: Quelle, TA, AEG, Grundig… . Auch die Änderungen im Gesundheitssystem gehen zu allererst zu Lasten derer, die ohnehin am wenigsten haben. Auch die Schrauben des Asylrechts wurden in den letzten Jahren deutlich angezogen, denn auch diese Gruppe hat kaum jemanden, der sich für sie und ihre Rechte einsetzt.
Das System stößt an seine Grenzen und am ersten spüren es wieder einmal die, die ohnehin schon nur marginal am Wohlstand unserer Gesellschaft teilhaben konnten, denn die haben kaum eine Lobby, die für sie kämpft. Seht ihr das Muster? Dies ist natürlich am besten in Wirtschaft und Politik sichtbar, aber genaugenommen ist es ein gesellschaftliches Problem, denn jede Gesellschaft baut sich vom kleinsten Steinchen zum großen Turm auf. Da muss ich gleich an Babel denken, wenn ich Turm lese, passt ganz gut in dieses Bild.
Was aber tun? Jammern und lamentieren hilft sicherlich nicht weiter. Ich denke, es ist erst einmal die Erkenntnis notwendig, dass es so nicht weitergehen kann. Wir müssen bei uns selbst anfangen! Schritt für Schritt, darauf zu achten, dass Wort und Tat nicht ständig auseinander driften, bereit zu sein, zu helfen, wenn wir sehen, dass um uns herum Menschen sind die Hilfe brauchen oder abzugeben, wenn wir selbst in Überfluss haben, sind gute tägliche Übungen, um wieder an einer tragfähigen Zukunft zu bauen. Das kann jeder von uns, egal wo wir stehen, egal ob arm oder reich.

Ich wünsche uns allen die Hoffnung, an die eigene Kraft zu glauben, die in jeden von uns steckt!
Ich wünsche uns allen den Mut, damit anzufangen!
Ich wünsche uns allen das wir bereit sind, als Gemeinschaft an einer Zukunft zu bauen, die auch unsere Kinder trägt, jeder dort, wo ihn das Leben hingestellt hat.


Winston Churchill hat einmal gesagt: "Ich, für meinen Teil, bin ein Optimist - Mir scheint es wenig sinnvoll, etwas anderes als ein solcher zu sein!" . In diesem Sinn wünsche ich uns einen guten Start in den Frühling – auf das die Blüten aufbrechen, in uns und um uns herum!
 

Mach den kleinen Unterschied!

Herzlich grüßt
Frank Braun

 


Zum internationalen Tag des freien Sonntags:
"Wir dürfen uns nicht selbst berauben!"

Im Februar hatte sich im Nürnberger Stadtrat eine Mehrheit von CSU, SPD, FDP und FW für eine Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage ausgesprochen. Das ist sehr bedauerlich. So sollen neben den beiden Sonntagen am 21.03. und 26.09. nun auch am 02.05. und am 05.09. die Läden geöffnet werden – allerdings nur in der Südstadt. Dennoch ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, warum vom bisherigen Konsens über zwei Sonntagsöffnungen abgewichen werden soll. Durch diese Sonderregelung kommt nun die Erweiterung der Sonntagsöffnungen durch die Hintertür.
Es ist ja noch nicht so lange her, da haben die Verfassungsrichter dem Schutz unserer Sonntagskultur den nötigen Vorrang eingeräumt. Sie setzten Ende letzten Jahres ein deutliches Signal gegen den schleichenden Verlust gesellschaftlich vereinbarter Ruhezeiten. Die zunehmende Ökonomisierung aller Lebensbereiche, der ständige Drang, dem Kommerz auch noch den letzten freien Tag in der Woche zu opfern, ist eine besorgniserregende Entwicklung. Es wird vielfach unterschätzt, wie wichtig der freie Sonntag für eine gesunde Gesellschaft ist. Wir brauchen dieses offene Zeitfenster zur Pflege unserer sozialen Beziehungen - ob in der Familie oder im Freundeskreis. Die Wurzel des freien Sonntags liegt zwar weit in der jüdisch-christlichen Tradition. Aber nach wie vor ist diese planbare Freizeit eine unverzichtbare Säule unseres gesellschaftlichen Miteinanders über alle Grenzen hinweg. Der Mensch ist eben keine Maschine!
Ich unterstelle niemandem in Nürnberg, den freien Sonntag bewusst torpedieren zu wollen. Aber ich wehre mich auch gegen den Versuch, die Sonntagsöffnung als überfällige Befreiung von einem lästigen Zwang zur Konsum-Askese zu verkaufen. In Wirklichkeit verkaufen wir dabei unsere Freiheit vom Zwang, täglich konsumieren zu müssen. Wir dürfen uns dieser Freiheit nicht selbst berauben!
Gerade bei den zunehmenden Belastungen im Arbeitsalltag braucht es wenigstens einen Tag in der Woche, der unter dem Zeichen von Erholung und Gemeinschaft steht. Diese wertvolle Zeit darf nicht kurzsichtig einseitig ökonomischen Erwägungen geopfert werden. Gerade unsere Familien brauchen diesen Fixpunkt: Während der Woche ergeben sich in einem Familienalltag durch die vielen Ansprüche in Schule und Beruf immer weniger Kontaktmöglichkeiten. Der arbeitsfreie Sonntag ist deswegen wichtiger denn je. Mit Ideen von vorgestern, alles dem grenzen- und maßlosen Konsum zu opfern, lässt sich keine familien- und menschenfreundliche Gesellschaft entwickeln.
 

Thomas Schrollinger
Klinikseelsorger und Stadtrat, Nürnberg
 


Seit Jahren rege ich mich über die sinnlosen Plastiktüten in Supermärkten auf. Das es auch ohne geht, sollte mittlerweile ja kein Geheimnis sein. Es gibt zahlreiche Alternativen, wie das Pfandtaschen Konzept von DM, oder kompostierbare Tüten, wenn es denn wirklich sein muss, ja und dann die beste Alternative, einfach den eigenen Rucksack/die eigene Tasche mitnehmen.

Aber trotzdem ist es noch ganz selbstverständlich, das Gekaufte in Plastik zu versenken. Selbst Socken werden da völlig automatisch eingetütet, und man/frau muss sich schon richtig wehren und bekommt einen verständnislosen Blick, wenn man dann dankend die Tüte ablehnt.

Nun gibt es eine Petition, die ein Verbot von Plastiktüten in Deutschland anstrebt. Super Sache und ein herzliches Dankeschön an Jenny Kirchbaum, die hier ganz nach unserem Motto den nächsten Schritt gegangen ist, um nicht zu jammern sondern aktiv zur Veränderung beizutragen. Natürlich habe ich auch gleich die Petition gezeichnet! Und ihr?

Bitte unterstützt diese Petition unter:

Abfallwirtschaft - Verbot von Plastiktüten

Super Sache!

Mach den kleinen Unterschied!

Herzlich grüßt
die Bluepingu Redaktion
Frank Braun


Zum nunmehr 3. Mal trafen sich am Freitag Abend mehr als 30 Blogger auf der Biofach. Möglich machte das als unser Gastgeber die Messe Nürnberg, maßgeblich mitorganisiert wird das Ganze von Herwig Danzer, in Franken bekannt als Möbelmacher, in Bloggerkreisen durch seinen Nachhaltigkeitsblog.

Peter Ottmann (NürnbergMesse) und Herwig Danzer eröffne das Bloggertreffen

Wie in den letzten Jahren bekam die bloggende Zunft von der Nürnberg Messe eine Presseakkreditierung. Dieses Jahr war das  Vertrauen in uns groß genug, so dass wir direkt mit der schreibenden Zunft im Pressezentrum Quartier beziehen durften. So ein wenig konnte man dort schon ahnen, wer die Blogger waren, denn ein wenig Bunter sind die meisten von uns eben doch, im Vergleich zur herkömmlichen Presse, aber das denke ich, kann dem Ganzen nur gut tun. Neben Herwig und mir hielt auch Horst Klier mit seinem Blog Leben ohne Diät wieder die fränkischen Fahnen in der Bloggerszene hoch. Neu dabei waren dieses Mal auch die Kollegen von fairlangen.org, mit denen wir schon seit längerem im Austausch sind, da sie mit ihrer Webseite versuchen, die Erlanger zu einem öko-rrekten Leben hinzuführen und damit viel mit uns gemeinsam haben.  Wir haben auch gleich die Gelegenheit genutzt, um während des leckeren Essens im feinen Marco-Polo-Restaurant (selbstverständlich alles in Bio-Qualität) über Kooperationsmöglichkeiten zu reden. Dabei sind einige gute Ideen entstanden, die wir sicherlich in den nächsten Monaten gemeinsam weiter verfolgen werden.

Natürlich war auch Farmblogger Michi Wenzel (Wie immer mit Kamera), KarmaKonsum Blogger-Urgestein Christoph Harrach (wie immer mit Mütze) und Öko-Mode Expertin Kirsten Brodde (Grüne Mode) wieder mit dabei.  Auch Ecofashionjunkie Phillip Gloeckler war wieder mit dabei, der ja gerade mit seinem Advocado Store ein neues Start-up gegründet hat, dass wir schon als Pilot User begleitet hatten. Neben den schon bekannten Gesichtern gab es aber auch wieder einige Neulinge, wie z.B. ein (auch) bloggender Kollege vom SWR und eine Vertreterin des noch relativ neuen Bio-Portals Biobay. Die Bloggen zwar noch nicht, haben das aber demnächst als weiteres Angebot fest vor. Gleiches hatten eigentlich im letzten Jahr auch die dynamischen Ökoschlampen verkündet, haben dann aber nicht die richtigen Worte gefunden ;-). Nun soll es aber in 2010 einen neuen Anlauf der rürigen Sabine Lydia Müller und Team geben. Ich bin sehr gespannt!

Ob es am gestiegenen Altersdurchschnitt lag, oder an der am selben Abend stattfindenden Fairtrade Partie weiß ich nicht, es bleibt aber festzustellen, dass dieses Mal dem Großteil der Blogger doch relativ früh die Luft ausging, so dass am Ende dann ein kleines Grüppchen um Peter Ottmann und Herwig Danzer so gegen 22.30Uhr beladen mit Biotee als Nachhut das Feld räumte.

Alles in allem war es wieder ein gelungener Abend, mit vielen schönen Wiedersehen aber auch neuen Begegnungen. Es ist spannend zu sehen, was in der Szene so alles los ist. Ich hatte auf der Biofach neben dem Bloggertreffen auch eine Reihe von Terminen mit Startups, die uns teilweise auch zwecks Koooperationsmöglichkeiten kontaktiert hatten. So z.B. das Start-up von Matthias Alcock-Stankus ich-kauf-bio.de, die mit keinem geringeren Anspruch angetreten sind, als das Amazon des online Biohandels zu werden. Ein spannendes Projekt und ich bin gespannt, wie sich das in diesem doch schon recht bevölkerten Markt der online Anbieter durchsetzen wird. In 3 Jahren Arbeit hat Matthias und Team da ein wirklich sehr ausgereiftes Konzept entwickelt, das aus meiner Sicht viel Potential hat. Mal sehen, am Ende entscheiden die Kunden! Auch mit den Jungs von der unterfränkischen Memo AG, dem Öko-Unternehmen rund um den Bürobedarf, gab es ein sehr gutes Gespräch. Ich denke, hier könnten sich eine Reihe von interessanten Kooperationsmöglichkeiten ergeben.

Es wird sicherlich noch eine Zeit brauchen, bis ich die vielen Eindrücke und Gespräche aufgearbeitet habe. Es war wieder eine intensive und sehr inspirierende Zeit.

Ein Dank an die Nürnberg Messe, die mit ihrem großzügigen Angebot den Bloggern den Zugang zur Biofach ermöglicht hat!

Ich freue mich schon darauf wenn es dann am 16.2.2011 wieder heißt, Nürnberg hat die BioWelt zu Gast. Dann wollen wir mit Aktionen in der Innenstadt auch die Nürnberger Bevölkerung ein wenig mehr teilhaben lassen und für die biofairen Trends begeistern.

Herzlich

Frank Braun

Bluepingu.de

 


Am Samstag ging die 21. Biofach zu Ende. Der Wandel die Biobranche setzt sich ungebrochen fort. Immer neue Produktgruppen werden für den Biogedanken entdeckt und auch die Partnerschaft von bio+fair, die sich ja auch im diesjährigen Motto der Biofach ausdrückte, ist keine Randerscheinung mehr sondern etabliert sich mehr und mehr als Standard, und das ist sicherlich gut so!

Was das Sortiment anbetrifft, hatten wir beim Bloggertreffen (Bericht hierzu noch separat) eine Diskussion, die denke ich auch die Gefühlslage in der Bio Szene gut reflektiert. Was einige von uns als Professionalisierung und Erwachsen werden der Bio-Branche sehen, das wird von anderen als Rückschritt und Verrat an der Sache gesehen. Gemeint sind z.B. die neue Generation der Bio-Fertigprodukte, wie z.B. Fertig-Tofu-Schnitzel, Salatdressing aus dem Beutel, Fertigsuppen, usw.. Meine Meinung dazu ist da eher pragmatisch. Natürlich ist selber kochen besser als diese Fertigprodukte, aber ich denke, wir können nicht ignorieren, dass es eine immer größer werdende Gruppe von Menschen gibt, die entweder aus Zeitgründen oder mangels Kochkunst auf Fertigprodukte zurückgreift. Und da scheint mir persönlich dann immer noch besser, diese Menschen konsumieren ein Bio-Produkt als herkömmliches Junkfood. Essen als Genuß und als Miteinander, schon beim kochen ist leider in der Breite im Augenblick nicht im Trend. Da viele Kinder zu Hause auch nicht mehr das kochen lernen, stellt sich hier die Frage, wie man die jungen Menschen für das Kochen und gesunde Küche begeistern will. Ich denke auch hier gilt mit Information, Bildungsangeboten und vor allem auch viel Spaß die nächste Generation für die Freude am Kochen zu begeistern. Da gibt es viel zu tun! Die Biobrotboxaktion zum Schuljahresanfang, die Aktivitäten der Bio-Metropolregion Nürnberg und vieler anderer Initiativen versuchen hier ja einiges zu bewegen.

Ich denke auch die NürnbergMesse kann hier einen Beitrag leisten, die in den Hallen erlebte Begeisterung und den Pioneergeist der Branche in der Zeit der Biofach auch in die Region hinauszutragen. Leider kommt nur wenig in der Bevölkerung an, von all der positiven Stimmung, da die Messe sich ja an das Fachpublikum richtet.

Um dies zu ändern haben Bioinnung, die Messe Nürnberg und andere, wie berichtet, ja schon dieses Jahr versucht, mit kleinen Maßnahmen, die Biofach mehr im Alltag der Menschen hier in der Region  sichtbar werden zu lassen. Eine Beflaggung im Innenstadtbereich und ein Bio-Gastroführer, der den Messegästen zeigen sollte, wo in Nürnberg es auch leckere Bio-Küche für die Abendgestaltung zu finden ist, waren sicherlich ein guter Start. Für 2011 ist da aber sicherlich eine Steigerung möglich. Im meinem Gespräch mit der Messeleitung fand ich da auch offene Ohren, wenn es darum geht in 2011 auch in der Innenstadt begleitend zur Biofach einen Event zu planen. Wie sich das konkret gestalten könnte, werden wir gemeinsam mit den anderen Vertretern der Bioinnung und der MesseNürnberg diskutieren.


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