Think – Eat – Save – Reduce your footprint

Am 5.6. ist wieder einmal Weltumwelttag. Und was kümmert uns das?
Denken, essen, sparen, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, das ist das Motto des diesjährigen Weltumwelttages am 5. Juni.

1/3 der weltweiten Lebensmittelproduktion, so aktuelle Studien, werden weggeworfen. Alleine in der westlichen Welt landen bei Handel und Verbraucher geschätzte 300 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das würde genügen, um die mehr als 900 Millionen Menschen die unter Mangelernährung leiden zu ernähren. In Deutschlands Haushalten landen ca. 82 Kilogramm pro Einwohner und Jahr in der Tonne statt im Magen. Daraus lässt sich aber durchaus auch Hoffnung schöpfen, denn es zeigt, theoretisch gibt es genügend Ressourcen, um alle zu ernähren. Dafür bedarf es aber eines Umdenkens auch bei uns. Vordenker und Ideen, die den Weg bereiten gibt es durchaus schon einige. Wenn sich etwas ändern soll, müssen wir umdenken und dazu brauchen wir EUCH ALLE! Auch wenn euch viele da draußen glauben machen wollen, dass wir keine Alternative zum derzeitigen System haben, es gibt sie doch, die Alternativen!



Die Gemeinwohlökonomie – Fiktion oder Wirklichkeit

Im Artikel 151 des bayerischen Verfassung ist folgendes zu lesen: "Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl, insbesondere der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle und der allmählichen Erhöhung der Lebenshaltung aller Volksschichten." Dieser Teil der Verfassung scheint aber sowohl bei Politik und Wirtschaft, aber auch in unserem Denken verloren gegangen zu sein. Auch mir war dies so nicht bewusst. Kürzlich hatte Christian Felber seine Vision einer gemeinwohlorientierten Gesellschaft in Nürnberg vorgestellt und auf diesen Aspekt hingewiesen. Christian Felbers Vision einer Gemeinwohlökonomie ist eine Vision der Hoffnung und des positiven Denkens. Für Felber ist klar, die nötigen Veränderungen müssen in uns selbst beginnen. Es bedarf eines neuen Wertefundaments, das mehr trägt, als unser individuelles Wohlbefinden. Es macht Mut zu sehen, dass sich selbst Firmen wie die Münchner Sparda Bank der Gemeinwohlökonomie-Bewegung angeschlossen haben. Über 1250 Unternehmen sind es mittlerweile, die sich zur Gemeinwohlökonomie bekennen. Es würde den Rahmen dieses Formates sprengen hier ins Detail gehen zu wollen, aber wenn Sie neugierig geworden sind, schauen Sie einfach mal auf die Webseite und lassen sich inspirieren: www.gemeinwohl-oekonomie.org. 
Ich möchte Euch heute aber auch noch zwei interessante Graswurzelbewegungen vorstellen, mit denen wir von Beginn an eng zusammenarbeiten:.

Foodsharing.de, Mundraub.org, - Foodallmende als Alternative zur Wegwerfkultur
Oft sind es ja die einfachsten Ideen, die am besten funktionieren. Zwei Graswurzelbewegungen, die sicherlich nicht die Welt retten aber sie doch ein klein wenig besser machen können, begleiten wir von Beginn an hier in der Region. Bestechend einfach ist der Gedanke hinter www.mundraub.org . mundraub.org ist eine Plattform für Obstallmende, die das Ziel hat, in Vergessenheit geratene Früchte der Kulturlandschaft im öffentlichen Raum wieder in die Wahrnehmung zu rücken und wertzuschätzen, so ist auf deren Webseite zu lesen. Allmende ist übrigens eine Rechtsform gemeinschaftlichen Eigentums und passt so auch in das Gedankengebäude einer Gemeinwohlökonomie. Mitmachen geht ganz einfach.Ihr könnt online eintragen, wenn ihr Obstbäume oder Sträucher im öffentlichen Raum kennr, deren Früchte ansonsten ungenutzt verderben würden. Einige tragen hier auch ihre eigenen Obstbäume ein, wenn Sie es nicht schaffen, den Ertrag selbst zu verzehren. Die Anzahl der Einträge wächst beständig, wie ein Blick auf die Karte zeigt. Aus der Berliner Initiative ist mittlerweile eine europaweite Bewegung geworden die sich beständig weiter verbreitet. Eine kleine, feine Bewegung die eine neue Form der Gemeinschaft schafft, möglich gemacht durch kooperative Formen zur Nutzung des Internets.

Nach ähnlichem Prinzip funktioniert die Plattform www.foodsharing.de , die der Regisseur des Films Taste the Waste, Valentin Thurn, ins Leben gerufen hat. Lebensmittel teilen statt wegwerfen ist hier das Prinzip. Ob es die Reste der Party vom Vortag oder der volle Kühlschrank am Tag vor dem Urlaub ist, auf der Webseite können Sie überzählige Lebensmittel eintragen und so anderen zur Verfügung stellen. Unter Nutzung moderner Medien werden hier die verlorengegangenen Nachbarschaftswerke wieder belebt. Auch diese Initiative will Wertschätzung und Gemeinwohl fördern. Noch ist das Angebot spärlich und ich denke, so richtig gut funktioniert das wohl vor allem in Nachbarschaftsnetzwerken. Da könnt ihr selbst aktiv werden. Gründet doch euer eigenes Nachbarschaftsnetztwerk und schafft so mehr Bewusstsein. Das muss ja auch nicht bei Essen aufhören. Wenn wir alle beginnen stärker als Nutzer von Dingen zu sprechen und nicht mehr am Eigentum klammern ("das gehört mir, keiner sonst darf es nutzen" Mentalität), kann sich hier vieles bewegen und es kostet uns nicht einmal etwas, im Gegenteil!. Es liegt nur an uns, dies Wirklichkeit werden zu lassen. Hier schlummern in unserer Wohlstandsgesellschaft enorme Potentiale jenseits der Wegwerf- und "Geiz-ist-geil"-Kultur.

Mit einem am Bedarf ausgerichteten Einkauf und der Bereitschaft auch mal Überschüssiges mit der Gemeinschaft zu teilen kann jeder von uns einen kleinen Beitrag leisten, dass wir den Trend der letzten Jahre wieder umkehren. Martin Luther hat es einst wunderbar auf den Punkt gebracht: „Wir haben gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu schwimmen, doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben.“ Das beginnt in unseren Herzen und wird dann unsere Gedanken Handlungen und unser Miteinander frei machen, davon bin ich felsenfest überzeugt!

Auf gehts Franken, "We can do it!"

Herzlich grüßt Euer

Frank Braun

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