Für die kalte Jahreszeit hat Rosa Wolff in unserer Reihe "Arm aber bio - Rezepte für den kleinen Geldbeutel" für euch ein Rezept für eine würzige Suppe zusammengestellt.

Tom Kha Gai
Januar ist Schnupfenzeit - da hilft Hühnersuppe. Damit sie auch so richtig einheizt, die scharfe thailändische Variante mit Kokosmilch und Chili. Über die freuen sich auch Gäste. 

Als ich im Biomarkt an der Fleischtheke nach einem Suppenhuhn fragte, hieß es: “Haben wir nicht, aber vielleicht möchten Sie Karkassen?”
Zur Erklärung: Hühnerkarkassen sind das, was übrigbleibt, wenn Brust, Keulen und Flügel, die der eilige Mensch bevorzugt kauft, herausgelöst sind. Der Preis für diese Überreste: 2,20 € pro Kilo. Die große Portion, die ich mitgenommen habe, kostete 1,50 € und ergab eine prima Suppe mit reichlich zartem Fleisch – der perfekte Arm-aber-Bio!-Spartipp.
Bestens geeignet ist diese Suppe für die beliebte thailändische Tom Kha Gai – die Hühnersuppe mit Zitronengras, Champignons und Kokosmilch – die mit ihrer wohldosierten Schärfe die Atemwege freimacht, schön einheizt und somit an kalten Tagen als Erkältungsbekämpfungsmittel und Stimmungsaufheller gleichermaßen dient.

Was Sie dafür sonst noch brauchen:
Zitronengras. Wenn Sie frisches Zitronengras kaufen, sollten Sie in den darauffolgenden Tagen noch ein paar fernöstliche Rezepte einplanen, damit Ihnen die guten Stangen nicht vertrocknen. Andernfalls lieber auf getrocknetes Gras oder Pulver zurückgreifen. Dass das frische Zitronengras im Pinzip die bessere Wahl wäre, ist klar, aber zum Vertrocknen und Wegwerfen ist es definitiv zu schade.
Galgant, ersatzweise Ingwer. Das Originalrezept verlangt nach Galgant, wer jedoch selten asiatisch kocht, ist mit Ingwer besser bedient. Denn damit lässt sich – ebenfalls wirksam gegen Erkältungen – feiner Ingwertee machen.
Kaffirlimettenblätter. Gibt es im Aisa-Laden in der Tiefkühltheke. Kostet in der Regel nicht viel und ist eine gewaltige Menge für jemanden, der kein Thai-Restaurant hat. Können Sie aber trocknen und in eine Dose packen. Sie büße nichts von ihrer geschmacklichen Intensität ein.
Kokosmilch in Dosen gibt es längst auch im Bioladen. Wen die Verpackung nervt, kann auf gepresste Kokoscremeriegel, die nur in Papier und Pappe verpackt sind, zurückgreifen. Die haben außerdem den unschätzbaren Vortei, dass sie beliebig dosierbar sind. Die Dosenkokosmilch muss, wenn sie erst geöffnet ist, zügig verbraucht werden, weil sie schnell schimmelt. Von den Cremeriegeln schneidet man sich die gewünschte Menge herunter und kann den Rest lange aufheben.
Fischsauce gehört streng genommen auch noch dazu, die Suppe schmeckt aber auch ohne.

Weitere Zutaten:
1 Handvoll Champignons, 1 Tomate, etwas helle Sojasauceoder einfach Salz zum Abschmecken und als Tüpfelchen auf dem i: Koriandergrün.

Zubereitung:
Hühnerkarkassen mit 5 Kaffirblättern, 2 grob zerkleinerten Zitronengrasstengeln, einem daumengroßen, geschälten Stück Galgant oder Ingwer und in Ringe geschnittener Chilischote (Menge und Schärfegrad nach persönlichem Gusto) in einem Topf mit kaltem Wasser vollständig bedecken und zum Kochen bringen. Hitze reduzieren, dicke Schaumstücke entfernen. Ca. 1 Stunde sachte köcheln lassen. Die Hühnerstücke herausheben, soweit abkühlen lassen, dass Sie sie anfassen können, ohne sich die Finger zu verbrennen und die Fleischstückchen von den Knochen lösen.

Fertigstellen:
In einem sauberen Topf 500 ml heiße Hühnerbrühe mit 400 ml Kokosmilch (Dose oder entsprechende Menge Presscreme) verrühren, Champignonscheibchen und Hühnerfleisch und evtl. Tomaten hinzufügen, 3 Minuten köcheln lassen. Mit Salz oder Fischsauce oder heller Sojasauce abschmecken, mit Koriandergrün bestreuen.

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