Kleidung erfahren wir hautnah, Kleidung brauchen wir alle täglich und dabei ist es uns wahrscheinlich oft nicht bewusst, was wir da so an unsere Haut lassen!

Kaum eine Branche ist so sehr unter ständigem Kostendruck. Das führt natürlich zu Raubbau an Mensch und Natur. Wir können durch unseren Konsum auch hier ein Zeichen setzen, dass uns unsere Gesundheit und die anderer Menschen, sowie die Erhaltung unserer Umwelt wichtiger sind, als der nackte Preis

. Ich denke, jeder von uns kann sich vorstellen, dass ein T-Shirt, das in China hergestellt wird und dann bei Tchibo und Co. für um die 5€ über den Ladentisch geht, nicht ökologisch und sozial verträglich hergestellt werden kann. Ich denke, vielen von uns fehlt es hier einfach an Information. Da wollen wir helfen!
Mit ökologisch gesunder Mode wird oft immer noch verbunden, in Hanfhosen und senffarbenen T-Shirts herumlaufen zu müssen, aber dieses Image für Ökomode ist schon lange nicht mehr gerechtfertigt. Junge Designer mit neuen Ökomode- Labels wie Armed Angels verbinden ökologisch korrekte Produkte mit schickem Design und haben die Ökomode aus der verstaubten Müsliecke herausgeholt und auch für modebewusste Käufer attraktiv gemacht.
Noch ist die Auswahl an modischen Produkten ohne Folgen relativ gering. Aber auch hier gilt, wer kauft schafft an. Wenn ihr also bei euren Einkäufen ökologisch korrekte Kleidung nachfragt, wird der Markt sich auch regulieren um diesen Bedarf zu erfüllen. Es ist viel Bewegung im Markt und in den letzten Jahren sind eine Reihe von neuen Modelabels entstanden, die ökologisch korrekte Produktion mit schicken Designs verbinden.

Wie aber erkennnen, welche Kleidung mit Bio-Baumwolle hergestellt wurde, welcher Turnschuh fair produziert wurde oder welches Lederprodukt nicht hochgiftig ist?
Leider gibt es hier noch keinen einheitlichen Standard, aber der Markt ist in Bewegung. Es gibt mittlerweile ca. 20 verschiedene Labels, die helfen wollen, Transparenz zu schaffen. Diese Vielzahl überlappender Labels verwirrt aber wohl mehr, als dass es helfen würde. So fordern wir einen einheitlichen Standard für Ökotextilien, um es dem Verbraucher leichter zu machen, zu entscheiden, was wir auf unserer Haut tragen wollen.

Hier ein Überblick der wohl verbreitesten Siegel, die versuchen, Licht in das Dunkel der Textilbranche zu bringen:

siegel eu ecolabelEuropäisches Umweltzeichen (EU-Blume)
In den letzten zehn Jahren ist die „Blume" in ganz Europa zu einem Symbol für umweltfreundlichere Produkte geworden, das dem Verbraucher als einfacher und zuverlässiger Wegweiser dient. Alle mit der „Blume" gekennzeichneten Produkte sind von unabhängigen Stellen auf die Einhaltung strenger ökologischer und gebrauchs-tauglichkeitsbezogener Kriterien geprüft worden, d.h. hier werden Textilien ausgezeichnet, die vom Baumwoll-Anbau bis zum Verrotten auf der Mülldeponie eine im Vergleich geringe Umweltbelastung aufweisen.

siegel textiles vertrauenÖko-Tex Standard 100 / 1000 plus / 100plus
Der Oeko-Tex® Standard 100 ist ein weltweit einheitliches Prüf- und Zertifizierungssystem für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen. Hier wird vor allem der Schadstoffgehalt im Endprodukt geprüft.

Die Schadstoffprüfungen umfassen gesetzlich verbotene und reglementierte Substanzen, bekanntermaßen gesundheitsbedenkliche Chemikalien sowie Parameter zur Gesundheitsvorsorge.

Als Ergänzung zum produktbezogenen Oeko-Tex® Standard 100 handelt es sich beim Oeko-Tex® Standard 1000 um ein Prüf-, Auditierungs- und Zertifizierungssystem für umweltfreundliche Betriebsstätten entlang der textilen Kette.

Für eine Zertifizierung nach Oeko-Tex® Standard 1000 müssen die Unternehmen festgelegte Kriterien bezüglich ihres umweltverträglichen Herstellungsprozesses erfüllen und den Nachweis erbringen, dass mindestens 30% der Gesamtproduktion bereits nach Oeko-Tex® Standard 100 zertifiziert sind.

Oeko-Tex® Standard 100plus schließlich kombiniert die beiden Standards und ist somit eigentlich das optimale Siegel.

Mehr Informationen findet ihr unter:
www.oeko-tex.com

siegel gots"Global Organic Textile Standard", kurz GOTS
Das GOTS ist der globale Nachfolger für das "Naturfaser IVN-zertifiziert"-Siegel. Dies ist mittlerweile ein weltweiter Standard, der die gleichen Kriterien beinhaltet, die auch schon im deutschen IVN Label zugrunde gelegt wurden.

Mehr Informationen findet ihr unter:
www.global-standard.org

siegel fairtrade certified cottonFairtrade Certified Cotton
Fairtrade Cotton ist ein relativ neuer Ableger des bekannten Fairtrade Siegel von Transfair. Im Fokus stehen bei diesem Siegel die Baumwollproduzenten und deren Familien, sowie Zwischen-Produktionsschritte wie z.B. Spinnereien und Webereien. Leider ist faire Baumwolle nicht zwinged auch Bio-Baumwolle, aber viele der Betriebe befinden sich in der Umstellung auf bio.

Mehr Info dazu findet ihr unter:
Fairtrade Certified Cotton

Wenn ihr jetzt motiviert seid, hautnah mit organischer und/oder fairer Kleidung in Kontakt zu kommen, schaut einfach in unseren regional-lotsen. Hier findet ihr Internetportale und Läden in der Region, die sich ganz auf ökologisch korrekte Mode konzentriert haben.
Auch hier gilt wieder: In diesem Buch erscheinen nur Adressen von Menschen und Firmen, die sich mit ihren Produkten größtenteils auf ökologische Mode fokussieren. Mittlerweile gibt es auch in vielen Boutiquen und Kaufhäusern T-Shirts aus Bio-Baumwolle und faire Mode. Auch hier gilt, besser bei Karstadt ein Ökoshirt gekauft, als gar nicht.

In der Region Nürnberg ist der Glore Store ein Vorreiter für junge Ökomode. Mittlerweile gibt es neben dem Nürnberger Laden auch einen in München und wie so oft, haben die Franken, was Bio+Fair anbetrifft, etwas Gutes nach Bayern gebracht.

Glore hat auch einen prämierten Imagefilm zum Thema gedreht. Der kurze Streifen, versucht Lust auf Ökomode zu machen, und wir finden, das ist sehr gelungen! Schaut euch den Film einfach selbst mal an:

Zum Abschluss sei auch an dieser Stelle an Kirsten Brodde's gerade erschienenes Buch Saubere Sachen hingewiesen. Wer es ganz genau wissen will, wie es in der Textilbranche zugeht, der kann hier einen fundierten Einstieg in die Materie bekommen.

Mach den kleinen Unterschied!

herzlich grüßt
die BLUEPINGU Redaktion
Frank Braun

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