Bericht von Gudrun Kaufmann, ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin GGB, Auszug

In regelmäßigen Abständen wird die Bevölkerung von den dafür zuständigen Behörden darüber informiert, dass unser Trinkwasser „sauber" und „rein" ist und sogar für Babys geeignet sei. Forschungs- und Messergebnisse sprechen da eine andere Sprache und fordern zum schnellen Handeln auf.

Das Wasserforum in Wiesbaden, dessen Veranstalter das Hessische Umweltministerium war, zeigte bereits 2006, dass der Zustand der meisten Fließgewässer in Südhessen besorgniserregend ist. Dies wurde an der besonders belasteten Gersprenz erläutert. Die Ergebnisse dürften allerdings für ganz Deutschland gelten, denn: Unsere Kläranlagen sind zwar ganz gut, aber sie sind bedauerlicherweise bis zum heutigen Tag nicht in der Lage, Herbizide, Pestizide, Fungizide, Medikamente und diverse andere chemische Stoffe herauszufiltern, für die es noch nicht einmal „Grenzwerte" gibt. So kommt es, dass sich Medikamente wie Psychopharmaka, Immunsuppressiva, Zythostatika, Antiphlogistika, Antiepilektika, Betablocker, Lipidsenker, Analgetika und Antibiotika, um nur einige zu nennen, in unserem Wasser befinden. Die Mittel können über die oberirdischen Gewässer versickern und in das Grundwasser gelangen. Damit kann eine Gefährdung des Trinkwassers gegeben sein.

Auch chemische Stoffe, die bei der Haarwäsche oder durch Dauerwellenflüssigkeit ins Wasser geraten, werden nicht herausgefiltert. Hinzu kommen Düngemittelrückstände und Pestizide aus der Landwirtschaft, deren zulässige Grenzwerte überschritten wurden, und Stoffe, die als Zusatz von Farben eingesetzt werden. Terbutryn ist zum Beispiel ein Herbizid mit algizider Wirkung, das häufig in der Farbenindustrie verwendet wird. Es wurde 2007 in der Kläranlage Nieder-Ramstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg, in hohen Konzentrationen nachgewiesen.1

Prof. Dr. Klaus Kümmerervon der Universität Freiburg lehrt Chemie und leitet seit 2001 angewandte Umweltforschung am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene. In seinem Vortrag „Schadstoffe in der Umwelt – Einnehmen, Ausscheiden und was dann?", der auch im SWR, Tele-Akademie, gezeigt wurde, machte Prof. Dr. Kümmerer klar, dass alleine bei Antibiotika 250 verschiedene chemische Wirkstoffe verzeichnet werden. 75 % der verbrauchten Antibiotikamenge geht ins Abwasser.

Ein gefährliches Gemisch
Das gefährliche an den Stoffen, die sich in unserem Wasser befinden, sind auch die Mischungen. Bei einer Beurteilung der Schadstoffgefährdung dürfen nicht nur die einzelnen Werte gesehen werden, sondern auch die Addition vieler Schadstoffe, die sich im Körper akkumulieren. Hinzu kommt eine lebenslange Aufnahme durch das Trinkwasser. Gefährdungen bestehen außerdem für Kinder und Ungeborene, so Prof. Dr. Kümmerer, sowie für Ältere, die bereits Medikamente nehmen. Familienplanung bei Fischen: Winzigste Mengen des Hauptwirkstoffes der Antibabypille wirken schon bei Fischen und können zu Unfruchtbarkeit führen. Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass Abfälle der pharmazeutischen Industrien und der Krankenhäuser ins Abwasser gehen, und schließlich ist es der Mensch selber, der mit zur Vergiftung beiträgt: Die aktiven Wirkstoffe befinden sich im ausgeschiedenen Urin und gelangen somit ins Abwasser. 2
Quellen:
1 Europa Fachhochschule Fresenius, University of Applied Sciences, Idstein, Untersuchung der Kläranlagenabwässer, 2007
2 Prof. Dr. Kümmerer, Vortrag „Einnehmen, ausscheiden, und was dann?"

Die Autorin bietet in ihrem Bericht auch Lösungen gegen die Wasserverschmutzung und Literatur an: www.gudrunkaufmann.de, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: 06164-5851
Mehrere unserer Mitglieder beraten Sie gerne zur häuslichen Trinkwasseraufbereitung: www.alvito.de, Tel. 0911-321521; Uwe Dippold, www.ghgl.de, Tel. 0911-1809874; Christoph Güdelhöfer (HP), www.wasservombesten.de, Tel. 0911-3658713; Löhnert GmbH, www.aqua-blue.de, Tel. 0911-5063066; Ralf Rößner, www.lichtwurzel.de, Tel.09131-5300128; Arne Pertiller, www.experti.de, Tel. 09127-577626; Wasserwerkstatt Paras, www.wasserwerkstatt.de

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