Nürnberg summt

Ein Beitrag der Figurenbeuten-Künstlerin Birgit Maria Jönsson.

Wer würde sich Bienen halten? Einmal ehrlich, wer hat Angst vor der bösen Biene?
Leider treffe ich jeden Tag auf vehemente Widerstände, was die Akzeptanz dieses kleinen Insekts anbelangt. Bienen in der Stadt. Warum nicht? Zu wenig Platz? Allergisch? Wozu?

Wenn ich davon ausgehe, daß hier in Nürnberg, Johannis jedes Jahr eine Menge von Linden blühen, sei es in der Johannisstrasse oder in den Hesperidengärten, dann könnte ich jedes Jahr aufs neue weinen. Ja, weinen; ein kräftiges Wort, und doch es trifft den Tatbestand. Der Honigtau tropft von den Linden, aber nur für die Autos, deren Besitzer sie frustriert in die Waschanlage fahren. Die Lindenblüten duften, aber sie duften nur gegen den Steckerlfisch der Johanniskirchweih an. Ich liebe die Johanniskirchweih, aber wenn du unter einer blühenden Linde stehst, dann brummt das normalerweise wie beim Rennen auf dem Norisring, welches hier bei günstigem Wind zu hören ist. Aber auch in diesem Sommer, nichts, nur vereinzelt eine Biene hier und da.

nuernberg summtWie kann ich das ändern?
Nun ich bin Holzbildhauerin mit einer Passion, die schon zu Zeiten des Barocks in Gartenanlagen zu finden war. Angegliedert an einen Imkerhain, standen Figurenbeuten, die auf den Honig aufzupassen hatten. War es die Frau des Imkers, aus Holz gemeißelt, oder ein französischer Soldat in Uniform, diese Skulpturen standen in direktem Zusammenhang mit dem Bienenhaus und beherbergte selbst Bienen. Und weil die Menschen im Barock schon die Fruchtbarkeit der Bienen schätzten, flogen diese beim Hosenlatz des Soldaten, Husaren, oder welche Figur auch immer mit Bienen besetzt wurden ein und aus.

Nun haben sich diese Skulpturen aus den Imkergärten herausgestohlen und stehen losgelöst vom Imker auf öffentlichen Plätzen, in Gartenanlagen, Biozentren, vielleicht auch bald im Kreisverkehr.

Auf GoogleMap sind die über 30 Standorte der Figurenbeuten aus meiner Werkstatt zu sehen: http://g.co/maps/9nq7w

Hier wohnen Bienen.
Die Bienen wurden über jahrzehntelange Zuchtauslesen auf das Merkmal Sanftmut trainiert. Durch Blumenrabatten, oder Gewässergräben ist die direkte Bekanntschaft mit dem Flugloch mit etwas Abstand zu genießen. Die Bienen interessieren sich nicht für dein Pausenbrot, auch nicht für die Sunkist. Nürnberg hat wunderbare Standorte für Figurenbeuten. Die Zwingeranlagen z.B., die Hesperidengärten, die Burggärten, etc.

Aber warum sind gerade hier die Vorbehalte gegen Bienen so groß?
Weil die große Tradition der Bienenhaltung, in und um Nürnberg unbewusste Ängste hinterlassen hat?
Eine gewagte These, gerne widerspreche man mir, dennoch sehe ich mich hier großen Widerständen gegenüber, die anderenorts wie verflogen scheinen.

Als Auftragskünstlerin, arbeite ich nur nach Auftrag. Die Figurenbeute Jeanne d'Arc allerdings gehört zu meinen eigenen Figurenbeuten. Sie stand lange in der Nürnberger Altstadt, St. Sebald, doch ohne Bienen. Letztes Jahr habe ich sie restauriert und mit Bienen besetzt. Im Moment steht in meiner Werkstatt in Buchschwabach. Wer zuerst: hier ruft, bekommt sie, samt Bienen ausgeliehen.

Einzige Bedingung: die Kosten des Transportes müssen übernommen werden, und sie sollte in einem ihr gemäßen Umfeld stehen.

Wer traut sich? Wer hat keine Angst vor der großen Biene?

Eure
Birgit Maria Jönsson
Bienenhäuser zum Schwärmen

Aktuelles unter: www.figurenbeuten.de
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