Adidas Detox

Adidas Hauptversammlung: Christliche Initiative Romero, der Eine Welt Laden Fürth, Bluepingu und Greenpeace protestieren vor der Stadthalle Fürth gegen Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung bei Adidas.

Für ein pdfmediales Echo im Raum Nürnberg dürften die Protestaktionen bei der Aktionärsversammlung von Adidas sorgen: Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien nutzten die Organisation die Aufmerksamkeit der Presse um auf verschiedene Missstände bei Adidas aufmerksam zu machen.

 IMG 4209Die Christliche Initiative Romero, der eine Welt Laden Nürnberg und Bluepingu machten mit Bannern auf die Kampagnen pdf„Play Fair – Pay Fair“ und „Fairplay“ aufmerksam, die sich für gerechte Löhne bei der Produktion einsetzen. Frau Estela Ramirez, ehemalige Näherin bei Adidas und heute Vertreterin einiger Gewerkschaften, berichtete der Presse aus erster Hand über die pdfArbeitsbedingungen in Adidas Produktionsstätten. (Hier das Interview mit dem Franken Fernsehen)

Mithilfe des Dachverbands kritischer Aktionäre konnte Frau Ramirez bei der Generaldebatte ihre Forderungen nach stabilen Arbeitsplätzen, gerechten Abnahmepreisen und Organisationsfreiheit der Gewerkschaften direkt an den Vorstand richten. Laut Ramirez liegt der Mindestlohn für Näherinnen in El Salvador bei durchschnittlich 202 US-Dollar im Monat. Berechnungen der Regierung zufolge kostet allein der Warenkorb an Nahrungsmitteln für eine 4-köpfige Familie 178 US-Dollar. Zudem steigen wegen der WM die Produktionsvorgaben für die Näherinnen, die Folgen sind höhere Belastungen und unbezahlte Überstunden. Im Moment liegt der Anteil der Löhne an einem Adidas-Produkt bei weniger als einem Prozent.

IMG 4206Mit einem rießigen Banner mit der Aufschrift: „adidas: Detox – all in or nothing“  erinnerte Greenpeace den Adidas Vorstand an sein Versprechen von 2011, gefährliche Stoffe wie perfluorierte Chemikalien aus seiner Produktion bis 2020 zu verbannen. Anlässlich der Hauptversammlung wurde auch in Zürich und Peking vor Adidas Läden protestiert.

Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace, forderte bei der Generaldebatte nach der Rede des Vorstandsvorsitzenden erneut transparentere Berichte und genauere Daten zur Chemikaliennutzung in den Fabriken. Vorstandsmitglied Glenn Bennett (Global Operations) verwies dabei auf das bestehende Chemikalienmanagement des Konzerns und die führende Stellung in Sachen Nachhaltigkeit, die der Adidas Vorstand auf verschiedene Preise und Auszeichnung zurückführt (RobecoSAM Nachhaltigkeitspreis, Teil des Dow Jones Indizes für Nachhaltigkeit).

Weiterführende Informationen:

Herzlich grüßt
Lukas Engl
Bundesfreiwilliger bei BLUEPINGU e.V.

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