Brombeerbusch

Die schönen Dinge des Lebens müssen nicht unbedingt etwas kosten. So versorgt mich ein großer Brombeerbusch am Pegnitzgrund seit über einem Monat allmorgendlich kostenlos mit seinen süßen Früchten.

Und es ist auch jetzt, Anfang November, noch kein Ende abzusehen. Auch wenn beim Sammeln schon einige Stachel in meiner Haut gelandet sind - die süßesten Früchte sind oftmals hinter einem wahren Dornenmeer - haben wir nach wie vor ein gutes Verhältnis und freuen uns täglich auf das Wiedersehen.
Wer nur die Augen offenhält und dabei den Blick auch mal vom Smartphone abwendet, stößt überall - auch direkt in der Stadt - auf Essbares. Dieses Jahr waren Holunderblüten, ca. 3kg Kornelkirschen, Pflaumen, Quitten, Hagebutten und Sandorn in meinem Körbchen. Und dank des Wilde-Grüne-Smoothies-Workshops mit Gabriele Bräutigam im Nürnberger Stadtgarten gesellen sich dazu auch immer öfter Brennnessel, Giersch, Franzosenkraut und Co.
Wer nicht das Glück hat in einer essbaren Stadt zu leben, kann sich des Internets bedienen, um eventuell an die Früchte in Nachbars Garten zu kommen. Portale wie Mundraub.org oder pflueck.org machen das Finden und Teilen zum Kinderspiel. Dabei ist das Smartphone im übrigen ausnahmsweise mal wirklich nützlich!
Noch eine Möglichkeit an kostenlose Lebensmittel zu kommen und diese gleichzeitig vor einem Ende im Heizkraftwerk zu bewahren sind die Lebensmittelretter. Auch in Nürnberg gibt es mittlerweile drei Depots, wo es meist regelmäßig etwas gibt und so schon knapp 400kg Lebensmittel gerettet werden konnten.
Abschließend sei noch auf die solidarische Landwirtschaft verwiesen, die zwar nicht kostenlos ist, aber kein Preisschild mehr an die Möhre klebt, sondern mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gute Produkte erzeugt. Idealerweise wird der Kunde so auch ein wenig zum Produzenten und bekommt vielfältige Lebenmittel, die gut schmecken und die er wirklich möchte und nicht einfältige Produkte, die nur einfach zu verarbeiten und lange haltbar sind, aber nicht schmecken, der Umwelt und den Menschen schaden und einzig dem Profit des Herstellers dienen.

Ich will nicht behaupten, dass ich nun zum Selbstversorger geworden bin und nicht mehr in Geschäften einkaufe. Aber es macht Spaß mit Gleichgesinnten über diese Projekte in Kontakt zu kommen, Lebenmittel miteinander zu teilen, in der Natur zu sein und bewusst Neues zu entdecken. Es ist schon etwas Besonderes zum Abendessen Selbstangebautes aus dem Stadtgarten - drei Kohlsorten (Grünkohl, Palmkohl und Markstammkohl) und zwei Sorten Kartoffeln - mit selbstgemachter und -geernteter Kornelkirschmarmelade zu genießen!

Mach den kleinen Unterschied!
Michael Steffen für die Bluepingu-Redaktion


In der Rubrik "Glücksplätzchen" stellen Euch Bluepingu-Mitglieder regelmäßig die Plätzchen aus dem Regionallotsen näher vor, die Ihnen besondere Glücksmomente bescheren. Die Beiträge sind rein subjektiv und manchmal emotional.

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