Es hat ein wenig gedauert, aber ab sofort geht auch Nürnberg nach Vorreitern wie original unverpackt in Berlin einen großen Schritt in Richtung unverpackter Lebensmittel. Im bioundnah in der Rosenau gibt es nun Haferflocken, Dinkel, Reis, Kichererbsen, Nudeln, Linsen & Co. aus praktischen Spendern. Zum Abfüllen stehen spezielle Beutelchen bereit. Was bei Gemüse und Obst ja schon lange - einfach durch das Verwenden eines eigenen Beutels - möglich ist, ist so auch bei anderen Warengruppen möglich.

unverpacktregal juttaDas Abfüllen von gut zwei Kilo Dinkel und einem Kilo Schmetterlingsnudeln verlief bei mir problemlos. Schön ist, dass die Menge dem tatsächlichen Bedarf grammgenau angepasst werden kann. So wird nicht nur unnötige Plastikverpackung eingespart, sondern hoffentlich auch weniger vom Lebensmittel selbst weggeworfen. Vorbei auch der umständliche Preisvergleich unterschiedlicher Packungsgrößen.

Zuhause können die Waren dann beispielsweise in Schraubgläser umgefüllt werden, so dass die Beutel für den nächsten Einkauf bereit stehen. Das Sortiment in den Spendern wird an Eure Nachfrage angepasst. Also probiert es aus und gebt Eure Wünsche weiter, damit das Angebot bald ausgeweitet werden kann.

Wenn Ihr tiefer ins Thema einsteigen wollt, seien Euch die Blogs von Bea Johnson oder Lauren Singer, die schon seit Jahren nach dem Zero-Waste-Motto leben und fast keinen Müll mehr generieren, empfohlen.

Sehenswert ist ferner der Film Plastic Planet, der u.a. die gesundheitlichen Folgen von Plastik beleuchtet. In eine ähnliche Richtung geht der Film abgefüllt, der sich fragt, warum zum Teufel wir Wasser aus Plastikflaschen kaufen, wenn es dies doch fast gratis aus dem Hahn gibt.

Es gibt auch schon viele weitere Möglichkeiten, um Verpackungen zu vermeiden. Bei monomeer kann komplett plastikfrei eingekauft werden, die solidarische Landwirtschaft versorgt Euch bio, regional und weitgehend ohne Verpackung und auch die vielen Nürnberger Märkte machen alternatives Einkaufen möglich. Noch einen Schritt weiter geht die frisch gegründete Cradle2Cradle-Regionalgruppe Nürnberg. Dort wird nur noch in Kreisläufen gedacht, so dass alle Ressourcen - seien sie nun technischer oder biologischer Natur - immer wieder verwendet werden können. Müll ist in so einem Konzept einfach nicht vorgesehen.

Wie bei allen Gewohnheiten dauert die Umstellung auch beim verpackungsfreien Einkauf eine Weile. Doch schon nach kurzer Zeit fragt man sich, warum man nicht schon immer so eingekauft hat. Also nutzt die vielen Möglichkeiten und macht den kleinen Unterschied!

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