Nun ist es also soweit, die Zeit der Rückblicke und guten Vorsätze für das neue Jahr ist gekommen. Was für ein Jahr war dieses Jahr 2011!

Für mich ist es das Jahr der Mutbürger, die gezeigt haben, dass wir nicht willens sind, uns von Politik und Wirtschaft an der Nase herumführen zu lassen. Seit der Startbahn West hat es wohl nicht mehr eine so ausgeprägte Protest- und Veränderungsbewegung in unserer Mitte gegeben.

Ein Jahr das uns Mut machen sollte

Stuttgart 21, der Atomausstieg im Nachgang zu Fukushima, das GuttenPlag Wiki und zuletzt die Occupy Wallstreet Bewegung als Antwort auf die globale Finanzkrise zeigen eindrücklich, dass wir durchaus die Chance haben, als Gemeinschaft Dinge zu bewegen und große Umbrüche auch ohne blutige Revolutionen möglich zu machen. Die Kopierfreudigkeit des ehemaligen Ministers Guttenberg wurde nicht von Politik oder Medien aufgedeckt sondern durch die Aufmerksamkeit einzelner Bürger, die sich im Internet dann auch schnell organisieren konnten. Auch der Meinungsumschwung der Regierung in der Folge der tragischen Katastrophe in Fukushima war kein Produkt eigener Erkenntnis der Politik. Die wochenlangen Proteste quer durch alle Gesellschaftsschichten hatten vielmehr deutlich gemacht, dass ein Festhalten an der Atomenergie in unserem Land nicht mehr mehrheitsfähig ist. Auch Stuttgart 21 hat gezeigt, was eine wache Bürgerschaft bewegen kann. Das die Mehrheit nun anders entschieden hat, als die Protestbewegung es sich wünschte ist dabei unerheblich und die Entscheidung einer breiten Mehrheit in einer demokratischen Abstimmung. Auch die Entscheidungen in Sachen Gentechnik in diesem Jahr wären ohne die breite Basis der Proteste nicht möglich gewesen. Jeder, der sich hier engagiert hat, darf sich als ein Samenkorn sehen, das die Ernte dieser Entscheidungen gegen die Gentechnik auf unseren Feldern erst möglich gemacht hat.

Auch das Foto von unserem Fairtrade Flashmob vor der Lorenzkirche steht für mich als Symbol der Hoffnung, dass wir gemeinsam eine FAIRformung unserer Gesellschaft möglich machen können.

Auf geht’s, auch in 2012

Auch im kommenden Jahr wird es sicherlich wieder viele Herausforderungen für uns alle geben. Der 7.000.000.000. Mensch wurde dieses Jahr geboren. Wie können wir all diese Menschen ernähren? Wie stellen wir sicher das ein würdevolles Leben für alle möglich ist ohne dabei unseren Planeten in die Knie zu zwingen?

Auch die Finanzkrise ist keineswegs ausgestanden! Rund 11.000.000.000.000 € betragen alleine die Staatsschulden der USA. Eine Summe, die wohl unser aller Vorstellungsvermögen überschreitet. In Europa und dem Rest der Welt sieht es nicht viel besser aus. Wir haben über Jahre auf Pump gelebt. Nun wird uns die Rechnung präsentiert.

Es bedarf angesichts dieser enormen Herausforderungen, die uns alle betreffen, einer wachen Gesellschaft, die mitdenkt und ihr Wissen kundtut. Nur so wird sich mehr und mehr der Wählerwille auch wieder in der Stimme der Politik wiederfinden.

Unser Konsumverhalten, unsere Wegwerfkultur, die Gentechnik und viele andere Fragen werden auf den Prüfstand stehen, wenn es darum geht Antworten zu finden, die ein Überleben für unseren Planeten sichern.

Ich möchte das alte Jahr mit einem Gedanken von einer der größten Persönlichkeiten schließen, die unser Land hervorgebracht hat. Johann Wolfgang von Goethe hat folgendes Zitat geprägt:

„Es bleibt einem jeden immer noch soviel Kraft, das auszuführen, wovon er überzeugt ist.“

In diesem Sinne Euch allen einen guten Start hinein ins neue Jahr!
Euer Frank Braun

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