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Unsere Freunde vom Netzwerk Ö-Pro an der Ohm-Hochschule haben einen Leitfaden für Studierende geschrieben. Die Absicht dahinter: Alternativen zu einem gleichgültigen Verhalten aufzeigen, bewussten Konsum fördern und mit der eigenen Karriere Sinnvolles schaffen. Im zweiten Teil geht es um das Thema ERNÄHRUNG:


Ökologisch wertvolle Produkte sind im Trend! Dahinter steckt der Wunsch, sich gesund zu ernähren, etwas für die Umwelt zu tun und menschenwürdigere Arbeitsbedingungen in der Lebensmittelherstellung zu schaffen. Eines der mächtigsten Instrumente, um unserem Verlangen nach solchen Produkten Nachdruck zu verleihen ist daher bewusster Konsum.

Leider ist es nicht immer auf den ersten Blick offensichtlich, welche Produkte diesen Ansprüchen genügen. Und nicht immer wird man ein Produkt finden das alle Ansprüche erfüllt. Hier gilt es abzuwägen.

Bio-Herstellung

Bio-Produkte dürfen nur als solche gekennzeichnet werden, wenn sie aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen, nicht gentechnisch verändert sind, und ohne Pestizide und Kunstdünger angebaut wurden. Tierische Produkte stammen aus artgerechter Haltung und wurden nicht mit Antibiotika oder Wachstumshormonen behandelt.

Saisonal und Regional

Der größte Teil an Obst und Gemüse, den wir verspeisen, stammt aus dem Ausland. Über diese weiten Strecken müssen Produkte zum Teil zusätzlich vor Verderb geschützt werden - durch Chemikalien oder aufwendige Kühlung. Produktion und Transport erzeugen dabei ebenso viel CO2 wie der gesamte Verkehr4. Gesund, klimafreundlich und häufig auch günstiger sind daher Lebensmitteln aus der Region. Ein Saisonkalender für Obst und Gemüse gibt Auskunft wann was wächst.

Fleischkonsum

Der Durchschnittsmensch isst im Lauf seines Lebens 22 Schweine, sieben Rinder, 20 Schafe und 600 Hühner5. Eine solche Ernährung ist nicht nur ungesund und teuer, sondern erzeugt auch durch die Aufzucht Treibhausgase mit einem Anteil von 18% der globalen Emissionen6. Für ein Kilo Rindfleisch müssen zehn Kilo Getreide an das Tier verfüttert werden, das wir, angesichts globaler Ernährungskrisen, auch selbst essen könnten. Natürlich bedeutet das nicht den völligen Verzicht auf tierische Produkte. Ein fleischloser Tag kann für den Einzelnen schon ein Anfang sein. Für eine ausgewogene Ernährung reicht laut DGE10 ein Fleischkonsum von zwei mal in der Woche völlig aus. Eine Alternative ist Fisch, doch 75% der Fischbestände gelten bereits als überfischt7. Hilfestellung bietet hier der Fischratgeber von Greenpeace (auch als App) oder zumindest das MSC-Siegel direkt auf dem Produkt.

Fairtrade

Waren aus fairem Handel wurden unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt. Gerechtere Handelsstrukturen bieten den ArbeiterInnen Mindestpreise und unterstützen Projekte zur Bildung von Erzeugerkollektiven. Im Gegenzug müssen die Hersteller sich verpflichten, auf Pestizide, Überdüngung und Kinderarbeit zu verzichten. Neben dem bekannten Fairtrade-Siegel gibt es noch weitere, deren Bedingungen allerdings auch stark abweichen können.
Noch ein einfacher Ratschlag zum Schluss: Nur so viel einkaufen, dass man nichts wegwerfen muss!

Neugierige finden den kompletten Leitfaden (und weitere Informationen) hier auf der Homepage www.oe-pro.de

Für Bluepingu e.V.
Thomas R.

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