Rund ein Viertel des Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf unsere Mobilität, davon ein großer Teil auf den Autoverkehr. Kurzstrecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, sind Maßnahmen für eine sanfte Mobilität.

Meiner Meinung nach müssen wir in Zukunft stärker auf diese alternative Verkehrspolitik setzen. Dann würden wir im Schnitt jährlich auch nicht mehr Zeit im Stau (60 Stunden) als beim Sex (43 Stunde) verbringen. Auf die Alternativen zum Auto werde ich in späteren Artikeln noch eingehen.
Doch was ist, wenn man für bestimmte Fahrten auf den PKW nicht verzichten kann oder möchte? Dann entlastet eine energiesparende Fahrweise die Umwelt zumindest partiell. Cleveres Autofahren führt zu weniger Emissionen, einer besseren Luftqualität, weniger Lärm, geringeren Spritkosten, weniger Stress, mehr Sicherheit und einer größeren Reichweite pro Tankfüllung.


Wer die folgenden Maßnahmen beherzigt, kann bis zu 25 Prozent Kraftstoff sparen.

  1. Zuladung verringern
    Entfernt man nicht genutzte Gegenstände aus dem Innenraum, reduziert das geringere Fahrzeuggewicht den Rollwiderstand. Wer zudem auf Dachgepäckträger oder am Heck montierte Fahrräder verzichtet, spart auf zweierlei Weise. Neben dem Gewicht verringert sich auch der Luftwiderstand.
  2. Fenster schließen
    Beim Fahren mit geöffneten Fenstern entstehen Turbulenzen, die den Luftwiderstand erhöhen und sich negativ auf den Spritverbrauch auswirken.
  3. Reifendruck optimieren
    Fährt man mit dem richtigen Reifeninnendruck, verringert sich der Rollwiderstand und der Verschleiß der Reifen. Der Druck sollte regelmäßig beim Tankstopp kontrolliert werden. Am besten orientiert man sich an den Herstellerangaben, die im Benutzerhandbuch und oft auch an der Fahrertür und im Tankdeckel zu finden sind.
  4. Regelmäßig in die Werkstatt
    Ein schlecht eingestellter Motor, alte Zündkerzen und verstopfte Luftfilter erhöhen den Spritverbrauch. Regelmäßige Inspektionen sorgen dafür, dass die Technik zuverlässig arbeitet.
  5. Richtig starten
    Es macht wenig Sinn, im Leerlauf das Eis abzukratzen, den Sicherheitsgurt anzulegen und das Navigationssystem einzustellen. Der Motor sollte erst dann gestartet werden, wenn alle Insassen abfahrbereit sind.
  6. Zusatzverbraucher sparsam einsetzen.
    Klimaanlage, Sitzheizung und Co. werden entweder über den Motor oder über die Lichtanlage betrieben. Besonders die Klimaanlage ist ein Spritfresser, der den Verbrauch um bis zu 30 Prozent erhöhen kann.
  7. Bei Bedarf den Motor abschalten
    Bei stehendem Verkehr, etwa an Ampeln, lohnt es sich, den betriebswarmen Motor bereits ab zehn Sekunden abzustellen. Der Verschleiß beim Anlasser ist vernachlässigbar, denn er wurde für zigtausend Startvorgänge gebaut.
  8. Reisen statt Rasen
    Hält man seine Hand aus einem fahrenden Auto, ist der Luftwiderstand schon bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h so groß, dass man einen deutlichen Druck spürt. Bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich der Luftwiderstand. Deshalb fährt man auch sparsamer, wenn man die Geschwindigkeit drosselt.
  9. Richtig beschleunigen und früh schalten
    Am effizientesten arbeitet der Motor unter hoher Last und bei niedrigen Drehzahlen. Den ersten Gang verwendet man möglichst nur zum Anrollen. Danach sollte das Gaspedal beim Beschleunigen etwa zu 3/4 betätigt und rechtzeitig in den nächsthöheren Gang geschaltet werden (bei Ottomotoren spätestens bei 2.000 Umdrehungen pro Minute). Fast alle Autos vertragen Tempo 50 im fünften Gang.
  10. Vorausschauend fahren
    Beim Anfahren und Beschleunigen wird besonders viel Treibstoff verbraucht. Durch vorausschauendes Fahren kann man sich mit möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeit fortbewegen. Dies erreicht man, indem man genügend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält, im Verkehr “mitschwimmt” und bei einem Hindernis wie einer Ampel rechtzeitig vom Gas geht, um den vorhandenen Schwung mitzunehmen. Dabei kann die Schubabschaltung genutzt werden, mit der die meisten PKWs heute ausgerüstet sind. Geht man vom Gas und lässt den Gang drin, bremst der Motor den Wagen, ohne einen Tropfen zu verbrauchen. Erst ab einer niedrigen Drehzahl wird wieder Kraftstoff eingespritzt. Schaltet man die Gänge rechtzeitig nach unten, so dass der Motor mitbremst, wiederholt sich die Phase, in der das Fahrzeug keinen Kraftstoff bekommt.


Wer unter professioneller Anleitung üben möchte, grüner Auto zu fahren, kann an einem Spritspartraining teilnehmen. Eine Übersicht aller Anbieter gibt es hier.


Euer Christof

(Christof Herrmann ist neuer Bluepingu Aktivist und schreibt auf seinem Blog www.einfachbewusst.de über Minimalismus und Nachhaltigkeit im Alltag und auf Reisen.)

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